Es gibt viele Gründe, warum die Realzinsen langfristig sinken und dem Kapitalismus echte Probleme bereiten. Doch in Negativzins-Zeiten drängt sich eine ganz neue Vermutung auf, was dahintersteckt. Ein entscheidender Kostenfaktor wurde stets missachtet. Ein Beitrag von Professor Dr. Thomas Straubhaar. WELT | 23. 01. 2020

Der Kapitalismus hat ein Problem jenseits aller politisch motivierten Systemkritik, die sich nun auch wieder am Davoser World Economic Forum (WEF) in mannigfacher Weise zeigt. Seit Jahrzehnten folgen die Zinsen weltweit einem Abwärtstrend, und zwar nicht nur nominal, sondern auch real (also um Inflationseffekte bereinigt).

Reale Null- oder sogar Negativzinsen bedeuten letztlich jedoch nichts anderes, als dass dem Kapitalismus ökonomisch die Puste ausgeht.

Der Kapitalismus lebt von der Erwartung positiver Realzinsen. Die eine hat eine Geschäftsidee, aber kein Geld, um sie zu finanzieren. Der andere hat Geld, aber keine Geschäftsidee. Beide zusammen können sich nun auf eine Win-win-Situation einigen.

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