Der Mensch in der Wirtschaft - die persona oeconomica - Eigennutz, Moral und Agency - die Nützlichkeitsfrage - CSR vs PR: Ein inspirierender Artikel zum Thema Moral in der Wirtschaft mit unserer Stifterin Professor Dr. Anette Kleinfeld, entdeckt im Wirtschaftsmagazin eco.nova.

Erfolg

Ethik zahlt sich aus.
 

Der Erfolg hängt oft davon ab, dass man weiß, wie viel Zeit für ihn nötig ist. Das wusste schon der französische Staatstheoretiker Montesquieu. Doch was ist Erfolg? Im unternehmerischen Kontext ist Erfolg zwangsläufig immer, aber nicht ausschließlich, auch finanzieller Natur. Monetärer Erfolg sichert schließlich den Fortbestand eines Unternehmens. Erfolg ist aber mehr als das in monetären Größen erfasste bzw. ausgedrückte Ergebnis des Wirtschaftens, mehr als nur positive Kennzahlen wie Gewinn, Return on Investment oder Shareholder Value und solide (Wachstums-)Prognosen. Erfolg ist die Fähigkeit, gesetzte Ziele zu erreichen. Diese Definition gilt sowohl für Individuen als auch für Organisationen. Erzwingen lässt er sich jedoch nicht, der Erfolg. Er ist manchmal wie ein scheues Rehlein. Dem einen scheint er an den Fersen zu heften, den anderen zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Es gibt aber sehr wohl einige Zutaten zum Erfolgsrezept, die zu beherzigen die Erfolgswahrscheinlichkeit steigen lassen. Eine ethische Unternehmensführung ist eine davon. Wie zu zeigen sein wird, ist Ethik in wirtschaftlichen Zusammenhängen nicht „nice to have“, sondern – ganz im Gegenteil – eine unverzichtbare Grundlage und Vorbedingung für ein funktionierendes System und ein nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften.

 

Die Wiederentdeckung des Menschen

Seit den 1980er-Jahren gibt es Bemühungen, die Ethik in die Ökonomie zu reintegrieren. Mit dem Übergang zur Informations- und Dienstleistungsgesellschaft fand in der Ökonomie die „Wiederentdeckung des Menschen“ statt. Das ist aber nicht etwa ein romantischer Akt, sondern ein zutiefst rationaler. Der Mensch wird nämlich in diesem Zusammenhang als „Ressource“ begriffen, deren erfolgreiche Bewirtschaftung über den zukünftigen Erfolg bestimmt. Damit wird die Pflege „weicher Faktoren“ im Rahmen einer Unternehmenskultur unabdingbar, wie Annette Kleinfeld in ihrem Buch „Persona Oeconomica – Personalität als Ansatz der Unternehmensethik“ festhält. Zu diesen weichen Faktoren gehören etwa ein partnerschaftlicher Umgangs- und Führungsstil, wechselseitige Akzeptanz, Kooperation statt Konfrontation, vertrauensschaffende Verständigungskultur und Transparenz. Im Anforderungsprofil nehmen kommunikative und Sozialkompetenz seit vielen Jahren beständig mehr Raum ein. Das macht freilich eine grundlegende Methoden- und Fachkompetenz in der Arbeitswelt nicht überflüssig.

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Bild: Prof. Dr. Anette Kleinfeld, HTWG Konstanz, Stiftung CLUB OF HAMBURG. Foto: Pieter-Pan