Wie wird unser Leben im Zeitalter von Digitalisierung und Datenwirtschaft wirklich sein? Wird was möglich ist auch möglich werden? Wie wird in Zukunft Regulierung aussehen, wer wird Grenzen setzen? Kann sich in Zukunft der gläserne Mensch überhaupt noch schützen? Über diese Fragen diskutierten am Dienstag Abend Professor Thomas Straubhaar (Universität Hamburg) und Professor Daniel Graewe (Nordakademie) mit Gästen im Dockland.

Professor Straubhaar, Volkswirt und Experte für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, zeigte auf, welche Anforderungen sich an Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Umgang mit den Chancen und Risiken von Digitalisierung und Datenökonomie ergeben. Über den lebensnahen Beispielen von genetischer Kontrolle bis hin zu Sterbehilfe steht für ihn die Frage nach der Ökonomisierung (und Ökonomisierbarkeit) des Lebens.

Wechselnde Gäste kamen auf die Bühne, um an der Fishbowl-Diskussion teilzunehmen. Eine lebhafte Auseinandersetzung entstand zu der Frage: „Autonomes Fahren: Wer entscheidet, wie im Ernstfall am Zebrastreifen entschieden wird?“ Eine neue Perspektive brachten dann die Studierenden der NORDAKADEMIE ein, indem sie anmahnten, ins Handeln zu kommen und sich auch der Frage zu stellen: Was passiert oder passiert nicht, wer handelt an unserer Stelle (und möglicherweise nicht in unserem Sinne) während wir hier sitzen und theoretisieren? 

So lautete das Fazit des Abends: Es wird gerade die ethisch-moralische Reflexionsfähigkeit sein, die unsere Stärke ausmacht - sie muss verstärkt wahrgenommen, trainiert und genutzt werden. Schon allein, weil wir eine breite Aufklärung zum Thema brauchen. Auf der anderen Seite steht die Gefahr, dass - während wir noch reden - die sogenannten „First Movers“ die Gunst der Stunde ergreifen und Fakten schaffen. So verpassen wir Chancen, Zukunft zu gestalten. Daher müssen wir Handeln und Diskurs in ein gutes Verhältnis bringen. Die Wirtschaftsgespräche zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sind ein Beitrag dazu. 

Unter den Gästen aus der Hamburger Wirtschaft waren weitere Akademiker, wie Professor Jacqueline Otten (HAW), Professor Michael Pankow sowie Professor Norbert Dieckmann (EBC Hochschule). 

 

Fotos: Nordakademie-Stiftung